So kamen Startups durch die Krise – Quartalsbericht 4 der OneCrowd-Gruppe

Im Ausnahmejahr: So hat Corona die Startup-Welt beeinflusst 

Crowd trotzt der Krise: Studie zeigt, wie sich das Investitionsverhalten verändert hat

Dresden, 12. Januar 2021Die Corona-Pandemie hat die Startup-Welt in Deutschland im vergangenen Jahr auf den Kopf gestellt. Mit einem Mal brachen Umsätze weg, gab es Probleme mit Zulieferern und den Finanzen. Trotzdem haben es viele junge Unternehmen geschafft, diese Herausforderung zu meistern. Zwei Beispiele zeigen, wie Startups durch die Krise gekommen sind – und warum Kleinanleger weiterhin bereit sind, ihr Geld in junge, innovative Unternehmen zu stecken. 

Was braucht es, um als junges Unternehmen eine solch große Herausforderung wie die Corona-Pandemie meistern zu können? Nicole Klingen, Gründerin des Düsseldorfer Startups Kluba Medical, nennt drei Begriffe: Zusammenhalt, Solidarität und kreative Ideen. Die Unternehmerin kann sich noch gut an den ersten Lockdown erinnern. Im Frühjahr, als viele Läden schließen mussten, stand sie vor einem großen Problem. Ihre Produkte rund um die Babygesundheit vertrieb Nicole Klingen damals noch vor allem im Einzelhandel. Von einem auf den anderen Tag war das nicht mehr möglich. Doch davon ließ sich die Unternehmerin nicht unterkriegen. Klingen konzentrierte sich auf das Online-Geschäft. „Den Ausfall im Einzelhandel konnten wir dadurch ein Stück weit auffangen”, sagt sie. Und die Unternehmerin wurde auch kreativ. Der Mund-Nasen-Schutz  war zu diesem Zeitpunkt Mangelware, also entschied sich Klingen, Masken für Kinder und Erwachsene ins Sortiment aufzunehmen. „Wir haben uns mit kleinen Nähereien, die aufgrund der Corona-Krise schließen mussten, zusammengetan”, erklärt sie. 

Doch gut durch die Krise kamen nicht nur Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell an die aktuellen Bedingungen anpassten. So manch ein Startup wuchs in den vergangenen Monaten sogar über sich hinaus. Direkt aus dem Homeoffice meldet sich Nicolas Martin, einer der Gründer des Berliner Unternehmens Primal State. Das Jahr 2020 fasst er in einem Satz zusammen: „Wir konnten in den vergangenen Monaten acht neue Mitarbeiter einstellen und fünf neue Produkte entwickeln.” Wachstum in Krisenzeiten? Für Primal State war das aus zwei Gründen möglich. Von Anfang an setzte das Startup beim Vertrieb seiner funktionellen Lebensmittel auf den Onlinehandel. Der lief trotz Lockdown kräftig weiter. Weil aber auch immer mehr Menschen auf ihre Gesundheit achteten, waren plötzlich die Produkte des Startups noch stärker gefragt. „Natürlich hat uns die Corona-Pandemie privat extrem beschäftigt. Für unser Unternehmen hatte sie aber auch positive Aspekte”, erklärt Nicolas Martin und verkündet noch eine gute Nachricht: „Wir erreichten 2020 insgesamt 50 Prozent Umsatzwachstum.” 

Trotz Corona: Crowd-Investoren zögern nicht 

Für Primal State ging es auch deshalb aufwärts, weil das Startup im März über ein Crowdinvesting auf der Plattform Seedmatch 600.000 Euro einsammeln konnte. Trotz der vielen Unsicherheiten, die Corona mit sich brachte, waren die Anleger 2020 weiterhin  bereit, in junge Unternehmen zu investieren. Über Monate hinweg hat die OneCrowd die Nutzer ihrer Crowdinvesting-Plattformen Seedmatch, Econeers und Mezzany befragt, um herauszufinden, wie sich die Pandemie auf das Investitionsverhalten auswirkt. Fast 200 Menschen nahmen daran teil. Das Ergebnis: Nur wenige Investoren zögerten. Etwa 86 Prozent antworteten, dass die Krise sie mäßig bis gar nicht beim Investieren beeinflusst. 

 

„Dass die Anleger weiterhin in Startups investieren, ist ein gutes Zeichen für junge Unternehmen, die sich weiterentwickeln wollen und dafür das Kapital der Crowd benötigen”, sagt OneCrowd-Geschäftsführer Johannes Ranscht und zieht eine positive Bilanz: „Es war trotz Corona-Pandemie ein gutes Jahr.” Insgesamt startete die OneCrowd in 2020 mehr als 20 neue Crowdinvesting-Kampagnen. Rund zwölf Millionen Euro kamen zusammen. 

Aktuelle Kampagnen

Gerade gestartet: Die Gaming-Szene boomt und Corona hat der Branche einen extra Kick gegeben. In diesem Milliardenmarkt bewegt sich Feelbelt, ein Startup aus Potsdam. Das Team hat einen Gürtel entwickelt, der Sound fühlbar macht. Doch es gibt ein Problem: Noch kommen nur wenige Gamer in den Genuss eines Feelbelts. Um ihr Produkt vielen Menschen zugänglich zu machen, hat das Unternehmen eine Crowdinvesting-Kampagne auf Seedmatch gestartet. 500.000 Euro erhofft sich das Team von der Crowd. 

 

Im Funding: Für viele Menschen gehört Fleisch auf den Teller. Doch wer an das Tierwohl und den Klimaschutz denkt, der kommt schnell ins Grübeln. Dabei gibt es Fleisch, das man ohne schlechtes Gewissen essen kann, behaupten drei Männer aus Gardelegen in Sachsen-Anhalt. Die Gründer von Waldgourmet verarbeiten in ihrer Manufaktur Wild, das ohnehin geschossen werden müsste. Um ihr Sortiment zu erweitern, haben sie sich für ein Crowdinvesting auf Econeers entschieden. Mehr als die Hälfte der anvisierten 500.000 Euro konnten sie bereits einsammeln. 

 

Erfolgreich finanziert:  Vom Elektroantrieb im Auto bis zum Smartphone – unscheinbare Magnete sind überall verbaut. Dieses Potenzial hat die Veekim AG, ein Unternehmen aus dem niedersächsischen Hodenhagen, erkannt. Im eigenen Werk fertigen 50 Mitarbeiter Permanentmagnete für bekannte Kunden wie Siemens. Um unter anderem das Team zu vergrößern, hatte Veekim Anfang November auf Seedmatch ein Crowdinvesting gestartet. Die Zielsumme von 850.000 Euro wurde jetzt erreicht. 

 

Über die OneCrowd:

Die OneCrowd-Gruppe ist das Unternehmen hinter der bekannten Online-Plattform Seedmatch, die 2011 als erste Plattform für Unternehmens-Crowdinvesting in Deutschland gegründet wurde. Zur Gruppe gehören auch die Plattformen Econeers für Crowdinvesting in nachhaltige Projekte und Mezzany für Immobilien-Crowdinvesting. Das Unternehmen mit Sitz in Dresden beschäftigt 20 Mitarbeiter und wird von Johannes Ranscht und Stefan Flinspach geleitet.

 

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