FAQ

Die häufigsten Fragen von Investoren

Wie viel kostet mich die Nutzung von Seedmatch?
Die Anmeldung und die Nutzung der Plattform sind kostenfrei.

Wer kann bei Seedmatch investieren?
Seedmatch ist grundsätzlich offen für jedermann über 18 Jahre. Die bei Seedmatch präsentierten Investmentangebote richten sich aktuell aber ausschließlich an volljährige Nutzer in Deutschland. Deshalb ist ein Investment bei Seedmatch auch nur möglich für Nutzer, die ein deutsches Bankkonto besitzen.

Was genau bekomme ich für mein Geld? – Rechtsform des Investments
Ihr Investment hat die Form eines partiarischen Nachrangdarlehens. Damit partizipieren Sie als Investor gleich mehrfach. Sofern ihr Startup in einem Jahr Gewinne macht, sind Sie daran direkt beteiligt. Das ist aber für Startups häufig erst nach mehreren Jahren der Fall. Das wesentlichere Renditepotenzial entsteht:

  • durch Ihre Partizipation am wirtschaftlichen Erfolg des Startups, welche Sie nach Auslaufen der Mindestvertragslaufzeit durch Kündigung des Investmentvertrages realisieren können (der sog. „Bonuszins nach Kündigung“),
  • bzw. durch Ihre Partizipation am Erlös aus einem Exitereignis (der sog. „Bonuszins nach Exitereignis“), wenn das Startup z.B. mehrheitlich an einen anderen Investor verkauft wird.

In der ersten Zeit nach Launch von Seedmatch konnten Investoren stille Beteiligungen erwerben. Wieso wurde dies geändert und wie unterscheidet sich das  Modell der partiarischen Nachrangdarlehen von den stillen Beteiligungen?
Investments, die vor dem 29. November 2012 bei Seedmatch getätigt wurden, haben die Form einer stillen Beteiligung. Dies war für den Start von Crowdfunding für Startups (mittlerweile auch manchmal Crowdinvesting genannt) in Deutschland damals die zuverlässigste und naheliegendste Lösung, erwies sich aber für größere Fundingsummen als nicht praktikabel. Deswegen gibt es seit dem 29. November 2012 bei Seedmatch das partiarische Nachrangdarlehen.

Für Sie als Investor hat sich mit der Einführung der partiarischen Darlehen im Wesentlichen folgendes geändert:

  • Durch das Investmentmodell mit partiarischen Darlehen sind auch größere Investitionsrunden möglich – das heißt, Startups können seitdem bei Seedmatch auch mehr als 100.000 Euro einsammeln.
  • Ihre Stellung bei einem Exit, d.h. wenn z.B. ein großer Investor Mehrheitsanteile des Startups übernimmt, ist vertraglich genau festgelegt.
  • Im Gegenzug gibt es fortan eine Verwässerungsklausel – das heißt, dass man zukünftig nach einer ersten Investmentrunde über Seedmatch z.B. eine Investmentquote von 0,1 %, nach einer weiteren Runde z.B. nur noch 0,09 % hat. Das klingt schlimmer als es ist: Denn wenn ein Startup neues Kapital aufgenimmt, sinkt häufig die Investmentquote proportional zur Steigerung des zugrunde liegenden Unternehmenswert, so dass ihr Investment nach einer Verwässerung wertmäßig unverändert ist.
  • Das partiarische Nachrangdarlehen wird zunächst mit einem Zinssatz von 1 % p.a. verzinst. Das wesentliche Renditepotenzial entsteht aber entweder durch die Partizipation am wirtschaftlichen Erfolg des Startups nach Auslaufen der Mindestvertragslaufzeit (der sog. „Bonuszins nach Kündigung“) oder durch die wirtschaftliche Beteiligung an einem ggf. stattfindenden Exitereignis (der sog. „Bonuszins nach Exitereignis“). Eine Zusammenfassung zum Bonuszins bei Exit oder Kündigung sowie Beispielrechnungen finden Sie bei uns im Blog.

Wie profitiere ich als Investor von meinem Investment?
Mit einem Investment profitieren Sie gleich mehrfach: Neben dem guten Bewusstsein, zukunftsweisende junge Unternehmen zu unterstützen und damit unsere Wirtschaftslandschaft zu beleben, haben Sie mit einem frühen Investment in Startups auch attraktive Renditechancen. Entsprechend der Höhe Ihres Investments sind Sie an Gewinnausschüttungen der jeweiligen Startups und vor allem langfristig am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beteiligt. Sehen Sie z.B. die Renditebeispielrechnungen der einzelnen Startups. Darüber hinaus können Sie als Investor – neben Ihrem finanziellen Return on Investment – bei vielen Startups von Anfang an von exklusiven Investoren-Vorteilen profitieren, bspw. von besonderen Rabatten.

Wer verwaltet das investierte Kapital?
Alle Investments werden direkt auf ein Konto der Secupay AG eingezogen und von der Secupay AG auf einem Treuhandkonto verwaltet. Seedmatch „fasst“ das Geld zu keinem Zeitpunkt selbst an. Ist ein Crowdfunding erfolgreich, zahlt die Secupay AG das Kapital gemäß den Regelungen des jeweiligen Investmentvertrags an das Startup aus.

Welche Rechte habe ich als Investor?
Mit einem Investment durch das partiarische Nachrangdarlehen sind rein rechtlich keine Mitspracherechte verbunden. Als Investor haben Sie aber natürlich über die Plattform die Chance, mit den Startups zu kommunizieren und sich aktiv einzubringen, bspw. indem Sie das Startup mit Empfehlungen und Feedback, aber auch Kritik unterstützen. Die Erfahrung zeigt, dass die Geschäftsführer der Startups gern mit diesem Input arbeiten.
Ihre Informationsrechte sind jedoch vertraglich genau definiert: Das Startup muss Ihnen jeweils zum 30. der Monate Januar, April, Juli und Oktober einen Quartalsbericht und darüber hinaus den Jahresbericht über den Investor-Relations-Kanal, den jedes Startup auf Seedmatch besitzt, zur Verfügung stellen.

Welches Risiko habe ich als Investor?
Ein Investment in Form des partiarischen Nachrangdarlehens ist – wie auch eine Beteiligung als stiller Gesellschafter mit dem alten Vertragswerk – ein Risikoinvestment, bei dem ein Totalverlust Ihres Investments möglich ist.

Warum muss ich mich anmelden und meinen Account vollständig ausfüllen, um die Details zu den Startups anzusehen und zu investieren?
Seedmatch ist eine Plattform, auf der langfristige Investmentbeziehungen entstehen, für die ein gewisses Maß an Verbindlichkeit notwendig ist. Wir wollen, dass alle Nutzer unserer Plattform – Startups und Investoren – einander vertrauen können. Vertrauen kann leichter wachsen, wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat. Die jungen Unternehmen gewähren Ihnen einen Einblick in ihre Geschäftsidee und stellen sich Ihnen vor. Zeigen auch Sie sich, indem Sie Ihre vollständigen Kontaktdaten angeben. So kann Vertrauen als Grundlage für eine lebendige Beziehung entstehen.

Wozu werden meine vollständige Adresse und meine Steuernummer benötigt?
Ihre Adresse wird für die Erstellung Ihres individuellen Investmentvertrages mit dem Startup benötigt. Ihre Steuernummer ist für die korrekte steuerliche Abrechnung des partiarischen Nachrangdarlehens notwendig und wird ausschließlich dafür verwendet. Wir behandeln alle Ihre Daten vertraulich und werden sie niemals unerlaubt weitergeben, veröffentlichen oder für andere Zwecke verwenden außer für die Verarbeitung Ihrer Investments und Informationen darüber, z.B. in Form von jederzeit abbestellbaren Newslettern oder Bestätigungs-E-Mails.

Wie zahle ich mein Investment ein?
Momentan steht als Zahlungsart ausschließlich die Lastschrift von einem deutschen Konto zur Verfügung. Die Lastschrift wird direkt nach dem Investment vom angegebenen Konto eingezogen. Dies wird von unserem Zahlungsdienstleister durchgeführt, der alle Investments auch treuhänderisch verwaltet. Dieser zahlt die Investments entsprechend der Verträge jeweils an die Startups aus.

Wo gibt es Gutscheine für ein Investment bei Seedmatch? 
Seedmatch-Gutscheine bekommen Sie, wenn Sie unseren Seedletter abonniert haben und registrierter Seedmatch-User sind. Von Zeit zu Zeit gibt es für bestimmte Nutzergruppen oder bei zu besonderen Anlässen exklusive Gutscheincodes. 

Ist es möglich, als Firma zu investieren?
Ja, es ist möglich, mit einer Gesellschaft (GmbH oder UG) zu investieren. Füllen Sie dazu einfach in Ihrem Nutzerprofil unter dem Punkt „als Gesellschaft investieren“ die Formularfelder vollständig aus. Sobald Sie alle Felder für ein Investment als Unternehmen ausgefüllt haben, können Sie jeweils im Investmentprozess entscheiden, ob Sie als Privatperson oder als Gesellschaft investieren möchten. Je nachdem, was Sie auswählen, werden dann die Daten Ihrer Gesellschaft oder Ihre persönlichen Daten in den Investmentvertrag übernommen. 

Was ist der Unterschied zwischen der „Fundingschwelle“ und dem „Fundinglimit“?
Die Fundingschwelle  ist die Mindestsumme, die erreicht werden muss, damit eine Finanzierung erfolgreich abgeschlossen wird. Sie wird mit dem Seedlevel als 100 % dargestellt. Darüber hinaus kann aber noch bis zum Fundinglimit – also der maximal möglichen Fundingsumme – investiert werden. Ist ein Funding nicht erfolgreich, wird also die Fundingschwelle nicht erreicht, bekommen alle Investoren ihr Geld zurück.
Das Fundinglimit ist die obere Grenze der Investments, bis zu der das Startup Kapital einsammeln möchte. Sobald diese Summe erreicht ist, wird das Funding ebenfalls (erfolgreich) beendet.

Was ist der Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting?
Eigentlich gibt es hier keinen Unterschied, denn unter Crowdinvesting versteht man eine Unterform des Crowdfunding. Genau genommen handelt es sich um equity-based Crowdfunding, wenn Investoren in junge Unternehmen investieren und dabei am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Um diese Form der Finanzierung von anderen abzugrenzen, hat sich im Deutschen der Begriff Crowdinvesting etabliert. Außerhalb Deutschlands gibt es diesen Begriff jedoch nicht. 
Nicht zu verwechseln ist equity-based Crowdfunding bzw. Crowdinvesting mit reward-based Crowdfunding, wie es etwa die bekannte, US-amerikanische Plattform Kickstarter anbietet. Hier werden die Geldgeber nicht am Unternehmenserfolg beteiligt, sondern erhalten eine Belohnung oder ein bestimmtes Produkt für ihr Investment.

Wie lange habe ich als Investor Zeit, in ein Startup zu investieren?
Regulär haben Investoren nach Freischaltung eines Startups auf der Plattform maximal 60 Tage Zeit, um in dieses zu investieren – sofern nicht das Fundinglimit bereits zu einem früheren Zeitpunkt erreicht wird und damit das Funding beendet ist. Diese Frist kann einmalig um 60 Tage verlängert werden, wenn zu erwarten ist, dass in der verlängerten Laufzeit das Funding erfolgreich abgeschlossen werden kann. Die Möglichkeit der Verlängerung ist in den Verträgen festgelegt. Verlängerungen werden auf der Plattform bekannt gegeben. 

Was passiert, wenn ich in ein Startup investiert habe, aber das Funding nicht zustande kommt? Was geschieht dann mit meinem Geld?
Wenn ein Funding nicht erfolgreich ist, bekommen Sie Ihr Geld vollständig zurück.

Wie finanziert sich Seedmatch?
Bei erfolgreichem Crowdfunding – und nur dann – bekommt Seedmatch vom jeweiligen Startup ein Honorar in Höhe von 5 bis 10 % der gefundeten Summe. Damit werden die bei Seedmatch anfallenden Kosten beglichen: Personalkosten, Plattformkosten (Server, Programmierung), Marketingmaßnahmen, usw. Transaktionskosten für die Überweisungen der Investments fallen nur an, wenn ein Funding erfolgreich ist, und werden vom Startup getragen.

Wie erfolgt die Auswahl der Startups?
Durch Seedmatch erfolgt eine Vorauswahl der Startups auf Basis des Seedmatch-Investmentfokus und nach bestimmten formalen Kriterien.

Wie kommt die Unternehmensbewertung zustande?
Die Unternehmensbewertung wird grundsätzlich vom Startup erstellt und dient der Berechnung der jeweiligen Investmentquote eines Investors. Die Bewertung ist keine Aussage über das Startup und dessen aktuelle Wirtschaftlichkeit, sondern repräsentiert im Wesentlichen die Erwartungen des Startups zu dessen zukünftigen Ertragsaussichten unter Berücksichtigung einer risikoadäquaten Verzinsung. Von der Höhe einer Unternehmensbewertung ist in keiner Weise auf die Rentabilität oder einen vorhandenen Substanzwert des Startups zu schließen.

Wie lang ist die Mindestvertragslaufzeit eines Investments?
Die Mindestvertragslaufzeit liegt in der Regel bei fünf Jahren. Danach können Sie Ihren Investmentvertrag jährlich zum Jahresende beenden und Sie werden entsprechend den Regelungen des Vertrags ausgezahlt. Startups haben in der Regel frühestens nach acht Jahren das Recht, das Vertragsverhältnis zu beenden.

Wie kann ich mein Benutzerkonto bei Seedmatch deaktivieren/löschen?
Wenn Sie Ihr Benutzerkonto deaktivieren/löschen möchten, so schreiben Sie bitte eine E-Mail mit der Bitte um Deaktivierung an user@seedmatch.de
Hinweis: Mit Löschung eines Nutzerkontos wird auch der Zugriff auf den Investor-Relations-Bereich der Plattform deaktiviert. Wenn Sie bereits über die Plattform in Startups investiert haben, so würden Ihnen nach der Deaktivierung des Nutzerkontos künftig alle Investor-Relations-Informationen (z.B. die Quartalsberichte) per E-Mail zugesandt. Dazu behalten die entsprechenden Startups als Ihre Vertragspartner Ihre E-Mail-Adresse. 

Was passiert, falls die Plattform einmal nicht mehr existieren sollte?
Die Investmentverträge zwischen Investoren und Startups werden über die Plattform abgeschlossen und verwaltet, sind aber in jedem Fall auch unabhängig von der Plattform rechtsgültig. 

 


Die häufigsten Fragen von Gründern

Was sind die Vorteile einer Finanzierung bei Seedmatch?
Bei Seedmatch können Sie eine Vielzahl von Investoren gewinnen, die von Ihrem Unternehmen überzeugt sind und Sie mit persönlichen Empfehlungen unterstützen können. Kommen Sie direkt mit Ihrer Zielgruppe ins Gespräch! Damit bekommen Sie eine Finanzierung mit einem ganz besonderen Mehrwert.

Ist Seedmatch VC-kompatibel?
Eindeutig ja! Das beweisen z.B. Startups wie changerz und Smarchive, die über Seedmatch finanziert wurden und Anschlussfinanzierungen von VCs erhalten haben, oder ein Startup wie AoTerra, wo vor Seedmatch bereits eine VC-Gesellschaft investiert war, und somit zeigen, dass das Seedmatch und eine VC-Finanzierung miteinander funktionieren.
Ein Crowdfunding (mittlerweile auch manchmal Crowdinvesting genannt) lässt dem Startup alle Möglichkeiten einer Anschlussfinanzierung offen – es ermöglicht sie oftmals überhaupt erst. Eine Anschlussfinanzierung kann über eine (oder mehrere) weitere Crowdfunding-Finanzierungsrunde(n) realisiert werden, genauso aber auch über öffentlich geförderte Finanzierungen (wie z.B. bei den Startups lifeaction und nextsocial, welche eine sechsstellige Anschlussfinanzierung durch die IBB erhalten haben), Business Angels oder VCs.

Wie bewerbe ich mich mit meinem Startup für ein Crowdfunding?

  1. In einem ersten Schritt senden Sie uns ein Pitch Deck zu, in dem Sie uns Ihr Startup vorstellen. (Mehr Infos zum Inhalt eines Pitch Decks finden Sie im Bereich Für Gründer.)
  2. Wir evaluieren intern, ob Ihr Geschäftskonzept für ein Crowdfunding auf der Plattform in Frage kommt und geben zeitnah – in der Regel innerhalb von zehn bis fünfzehn Werktagen – nach der Bewerbung eine Rückmeldung.
  3. Nach einem positiven Feedback schicken Sie uns dann im nächsten Schritt ausführlichere Unterlagen, u.a. einen Businessplan, zu und wir beantworten Ihre individuellen Fragen zum Funding. Selbstverständlich behandeln wir all Ihre Unterlagen vertraulich.
  4. Überzeugt Ihr Businessplan, laden wir Sie im letzten Schritt zu Seedmatch ein. Bei diesem Treffen lernen wir uns gegenseitig kennen und wir besprechen das Geschäftskonzept und den Ablauf des Fundings.
  5. Wenn es keine offenen Punkte mehr gibt, stimmen wir im Nachgang an das Kennenlernen mit Ihnen die Details zum Funding ab, schließen den Fundingvertrag und steigen in unseren standardisierten vier- bis sechswöchigen Vorbereitungsprozess ein. Im Rahmen dessen erstellen Sie die Unterlagen und Informationen für die Präsentation auf der Plattform.

Wie geht es dann weiter? Wie ist der Ablauf des Crowdfundings?

  1. Start des Fundingprozesses: Ihr Projekt wird auf der Plattform live geschaltet. Nun können Investoren auf der Plattform sich in einem definierten Zeitraum von 60 Tagen (ggf. plus 60 Tage Verlängerung) an dem Startup beteiligen.
  2. Für den Fundingprozess legen Sie vorab zwei Summen fest: die Fundingschwelle und das Fundinglimit. Nur wenn die Fundingschwelle erreicht wird, werden die Investmentverträge wirksam. Andernfalls erhalten die Investoren ihr Geld vollständig zurück.
  3. Die Investoren sind bei erfolgreichem Funding am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beteiligt. Über die Plattform können Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Reportings an Ihre Investoren senden und langfristig mit ihnen in Kontakt bleiben: beispielsweise können Sie sie über Produktneuheiten auf dem Laufenden halten oder fragen, was sie von einer neuen Serviceidee halten. So haben Sie immer „das Ohr am Markt“ und einen direkten Draht zu Ihren Fans.

Vertraulichkeit: Wer sieht meinen Businessplan?
Ihre Unterlagen und Ihr Businessplan werden zunächst ausschließlich intern gesichtet und niemals ohne vorherige Zustimmung des Gründerteams weitergegeben oder veröffentlicht. Die Erstellung aller Inhalte für die Unternehmenspräsentation auf der Crowdfunding-Plattform sowie auch die Freischaltung erfolgt durch das Startup – also Sie selbst.

Welche Form haben die Investitionen?
Die Investments Ihrer Investoren haben die Form von partiarischen Nachrangdarlehen. Damit behalten Sie als Gründer die Entscheidungsfreiheit in Ihrem Unternehmen. Das Vertragswerk ermöglicht Ihnen, über ein Crowdfunding auch Summen über 100.000 Euro einzusammeln. 

Was sind meine Rechte und Pflichten als Startup?
Mit einem Crowdfunding gewinnen Sie eine Menge von Investoren, die Ihnen für einen festgelegten mittel- bis langfristigen Zeitraum ihr Kapital anvertrauen und Ihnen damit finanziell auf die Sprünge helfen. Sie können mit Ihren Investoren kommunizieren, um Rat bitten und durch die Vielzahl von involvierten Personen eine hohe Reichweite durch persönliche Empfehlungen bekommen. Dafür verpflichten Sie sich, Ihre Investoren mit regelmäßigen Quartalsberichten und unregelmäßigen persönlichen Updates auf der Plattform über die Entwicklung Ihres Unternehmens zu informieren.

Wie kommt die Unternehmensbewertung zustande?
Die Unternehmensbewertung wird grundsätzlich vom Startup erstellt und dient vor allem der Berechnung der jeweiligen Investmentquote eines Investors. Die Bewertung ist keine Aussage über das Startup und dessen aktuelle Wirtschaftlichkeit, sondern repräsentiert im Wesentlichen die Erwartungen des Startups zu dessen zukünftigen Ertragsaussichten unter Berücksichtigung einer risikoadäquaten Verzinsung. Von der Höhe einer Unternehmensbewertung ist in keiner Weise auf die Rentabilität oder einen vorhandenen Substanzwert des Startups zu schließen.

Wie hoch ist mein Verwaltungsaufwand mit so vielen Investoren? 
Mit Hilfe von Seedmatch bekommen Sie jederzeit alle nötigen Informationen zu Ihren Investoren, die so aufbereitet sind, dass Ihr Steuerberater sie automatisiert abrechnen kann. Dadurch entsteht nur ein geringer Mehraufwand. Die One-to-many-Kommunikation, die Seedmatch im Fundingprozess als auch im Investor-Relations-Bereich ermöglicht, reduziert den Kommunikationsaufwand zwischen dem Startup und den Investoren auf ein überschaubares Maß.

Welche Kosten kommen auf mich zu?
Bei erfolgreichem Crowdfunding – und nur dann – bekommt Seedmatch ein Honorar in Höhe von 5-10 % der gefundeten Summe. Transaktionskosten für die Überweisungen der Investments fallen nur im Erfolgsfall an. Für das Funding benötigen Sie ein kleines Präsentationsvideo (ca. 3 min), das Sie im Vorfeld produzieren – je nachdem, wie aufwändig Sie dieses gestalten möchten, variieren die Kosten hier. Sie haben dabei einen großen Entscheidungsspielraum, maßgeblich ist, dass das Video Aufmerksamkeit weckt, für Ihre Idee begeistert und eine Mindestqualität erfüllt.

Welche Mitspracherechte haben die Investoren?
Bei partiarischen Nachrangdarlehen bleiben alle Entscheidungsrechte beim Unternehmen – also bei Ihnen. Ihnen steht aber natürlich die Möglichkeit offen, Ihre Investoren über den Investor-Relations Kanal nach Ihrer Meinung zu fragen – und damit das Ohr direkt am Markt zu haben. Die Investoren erwarten eine aktive Diskussion im Investor Relations-Kanal.

Wie lang ist die Laufzeit der Investmentverträge?
Die Mindestvertragslaufzeiten liegen in der Regel zwischen fünf und acht Jahren. Investoren werden im Falle eines Exitereignisses wirtschaftlich am Exiterlös beteiligt. Falls ein Exitereignis ausbleiben sollte, sind Investoren nach Auslaufen der Mindestvertragslaufzeit auf Basis einer EBIT- oder Umsatz-Multiple Regelung wirtschaftlich am Erfolg ihres Unternehmens beteiligt. Vorteil von Seedmatch-Investmentverträgen: Auch zum Ende der Mindestvertragslaufzeit müssen nicht alle Investoren zur selben Zeit ausbezahlt werden, sondern können stufenweise „abgeschmolzen“ werden.

Was passiert am Ende der Laufzeit?
Die Investmentverträge mit den Investoren können im Wesentlichen auf zwei Arten enden: Entweder kommt es zu einem Exitereignis im Sinne des Vertragswerks, wodurch die Investmentverträge aller Investoren automatisch enden. Oder es kommt zu Kündigungen der Investmentverträge nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit seitens der Investoren oder Ihres Unternehmens. Falls Investoren nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit entscheiden, ihre Investmentverträge zu kündigen, gelten lange Kündigungsfristen, so dass Sie als Unternehmen frühzeitig einschätzen können, wieviele der Investoren beabsichtigen, ihren Investmentvertrag in einem jeweiligen Jahr zu beenden. Ein weiterer großer Vorteil dieses Investmentmodells ist, dass Sie als Startup langfristig die Kontrolle innehaben und Investmentverträge mit Investoren schrittweise auflösen können.

Wie partizipiert der Investor von seinem Investment?
Der Investor investiert in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens. Damit partizipiert er an etwaigen jährlichen Gewinnen und vor allem langfristig am wirtschaftlichen Erfolg des Startups in Form einmaliger Bonuszinsen (bei Kündigung oder bei Exit). Eine Verlustbeteiligung seitens des Investors findet nicht statt.

Was passiert, falls die Plattform einmal nicht mehr existieren sollte?
Die Investmentverträge zwischen den Investoren und dem Startup werden über die Plattform abgeschlossen und verwaltet, sind aber auch unabhängig von der Plattform rechtsgültig.

Gibt es Ausschlusskriterien für Crowdfunding?
Derzeit werden nur Startups mit Sitz in Deutschland finanziert. Die Rechtsform des Startups muss eine GmbH oder UG sein. Weitere wichtige Eigenschaften entnehmen Sie bitte unserem Investmentfokus.

 


Fragen und Probleme im Investmentprozess

Ich möchte investieren, werde aber immer wieder in mein Profil zurück geleitet
Vermutlich ist Ihr Profil noch nicht vollständig. Zum Investieren ist ein komplett ausgefülltes Profil notwendig. Das heißt, im Bereich „Meine Daten“ in der grauen Box „vollständiges Konto" muss jedes Feld ausgefüllt sein (auch das Feld „Telefon-Vorwahl“). Es ist übrigens möglich, im Feld „Steuernummer“ vorübergehend einen „Platzhalter“ einzugeben (beliebige Ziffern). Sie sollten den Platzhalter dann aber so schnell wie möglich durch die korrekte Nummer ersetzen, damit die steuerliche Abrechnung reibungslos erfolgen kann.

Wo finde ich meine Steueridentifikationsnummer?
Die steuerliche Identifikationsnummer ist eine 11-stellige Nummer, welche lebenslang gültig ist. Sie finden Sie im Einkommensteuerbescheid, auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung oder im Informationsschreiben Ihres Finanzamtes (aus dem Jahr 2011). Sollten Sie diese nicht mehr auffinden, können Sie beim Bundeszentralam für Steuern die Nummer erneut anfordern.

Kann ich den Investmentvertrag vorab einsehen?
Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, den Investmentvertrag vorab zu lesen. Sie gelangen direkt zu dem PDF, wenn Sie im Profil des entsprechenden Startups auf den großen orangefarbenen „Investieren“-Button klicken.

 

Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich jederzeit an das Team von Seedmatch wenden: Als Investor senden Sie Ihre Frage an invest@seedmatch.de, als Startup an startups@seedmatch.de.

 


Steuer-FAQ für Investoren

Wichtiger Hinweis zu den nachfolgenden Steuerfragen

Die folgenden Antworten zu den steuerlichen Fragen sind nur als allgemeine Hilfestellung und nicht als individuelle Steuerberatung anzusehen. Sie sind nicht verbindlich und ersetzen nicht die Beratung durch einen Steuerberater im Einzelfall. Vor dem Abschluss eines Investmentvertrags sollten Sie sich grundsätzlich von einem Steuerberater beraten lassen. Wenn sie weiterführende Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, durch Seedmatch erfolgt keine Steuerberatung!

Investmentverträge, die auf Seedmatch abgeschlossen werden, können sowohl im Privat- wie im Betriebsvermögen gehalten werden. Die folgenden Ausführungen betreffen nur Verträge, die im Privatvermögen von natürlichen Personen gehalten werden. Bei Fragen zu Verträgen im Betriebsvermögen fragen Sie bitte Ihren Steuerberater.

 

1. Wie werden Kapitalerträge aus einem Investmentvertrag, der auf Seedmatch abgeschlossen wurde, versteuert?
Im Allgemeinen gilt für jeden einzelnen Investmentvertrag, den Sie im Privatvermögen halten, folgendes: Erträge aus solchen Investmentverträgen sind Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne von § 20 Einkommensteuergesetz (EStG) und unterliegen grundsätzlich der sogenannten Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Diese Steuern und Zuschläge sind von dem jeweiligen Startup einzubehalten und an das zuständige Finanzamt abzuführen. Mit diesem Steuerabzug ist Ihre Einkommensteuerschuld für die Besteuerung von Kapitalerträgen, die aus Seedmatch Investmentverträgen resultieren, grundsätzlich abgegolten.

Ergänzt wird diese Abgeltungsbesteuerung durch verschiedene Erklärungspflichten und -optionen. So hat man u.a. das Wahlrecht, sämtliche Kapitalerträge mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern (Beantragung der sog. Günstigerprüfung). 

2. Muss ich als Investor bei Seedmatch meiner Steuererklärung etwas beilegen bzw. bei der Erstellung beachten?
Bei der Abgeltungsteuer ist im Allgemeinen nichts beizulegen, bei der Beantragung der sog. Günstigerprüfung sind u.a. die Gewinn- bzw. Ergebnismitteilungen zusammen mit der Anlage KAP der Steuererklärung beizufügen.

3. Was ist eine Gewinn- bzw. Ergebnismitteilung?
Die Gewinn- bzw. Ergebnismitteilung ist das Dokument, in dem das Startup Sie über Ihren jährlichen Anteil am zurückliegenden Gewinn bzw. Ergebnis des Geschäftsjahres und über die evtl. einbehaltenen Steuern informiert.

4. Erhalte ich grundsätzlich jedes Jahr eine Gewinn- bzw. Ergebnismitteilung von den Startups, in die ich investiert habe?
Als stiller Gesellschafter sollten Sie in aller Regel jedes Jahr (erstmals nach Ablauf des ersten Geschäftsjahres eines Startups) eine Ergebnismitteilung erhalten; maßgeblich sind aber immer die Regelungen des jeweiligen Investmentvertrags. Als partiarischer Darlehensgeber erhalten Sie in der Regel nur dann eine Mitteilung, wenn das Startup im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Gewinn erwirtschaftet hat, an dem Sie als Investor partizipieren.

5. Was sind die Fristen für Jahresabschluss und Gewinn- bzw. Ergebnismitteilung?
Die Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses regelt grundsätzlich der Gesellschaftsvertrag des jeweiligen Startups. Regulär ist die Frist für die Aufstellung des Jahresabschlusses von kleinen Kapitalgesellschaften, um die es sich in der Regel bei den Startups auf Seedmatch handelt, maximal sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres (z.B. bei Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr ist die Frist der 30. Juni).

Die Frist für die Zusendung der jeweiligen Gewinn- bzw. Ergebnismitteilung liegt - gemäß des jeweiligen Investmentvertrags - in der Regel bei einem Monat nach Erstellung des Jahresabschlusses bzw. spätestens einen Monat nach Ablauf der gesetzlichen Frist zur Erstellung des Jahresabschlusses.

6. Kann man als Investor Verluste aus einem Investment in ein Startup steuerlich geltend machen?
Zur Beantwortung dieser Frage ist zum einen zwischen dem "alten" Seedmatch Vertragswerk in Form stiller Beteiligungen (in Gebrauch bis Nov. 2012) und dem aktuellen Vertragswerk in Form partiarischer Nachrangdarlehen, und zum anderen zwischen laufenden Verlusten aus dem operativen Geschäftsbetrieb eines Startups und Verlusten aufgrund einer Insolvenz/Liquidation oder Ähnlichem, zu unterscheiden.

Haben Sie sich als typisch stiller Gesellschafter beteiligt und halten Sie die Beteiligung im Privatvermögen, so gilt grundsätzlich das Werbungskostenabzugsverbot. In diesem Fall können die Verluste teilweise steuerlich berücksichtig werden. Ob dies auch für den Fall der Insolvenz oder Liquidation gilt ist aber umstritten. Des Weiteren ist zu beachten, dass Verluste aus Kapitalvermögen per se nur beschränkt mit anderen Einkunftsarten verrechenbar und maximal in Höhe der tatsächlich geschuldeten Einlage berücksichtigungsfähig sind. Darüber hinausgehende dem Kapitalkonto belastete Verluste, können ausschließlich mit zukünftigen Gewinnen aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden. Um zu erfahren, inwiefern in Ihrem konkreten Fall eine Verlustberücksichtigung möglich ist, wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Die aktuellen Verträge von Seedmatch sehen ein Investment in Form eines partiarischen Nachrangdarlehens vor. Partiarische Darlehen sehen keine Beteiligung an den Verlusten aus der operativen Tätigkeit des Startups vor, so dass auch eine steuerliche Geltendmachung von laufenden Verlusten des Startups beim Investor nicht möglich ist. Ähnlich verhält es sich bei dem möglichen (Teil-)Verlust des Darlehensrückzahlungsanspruches aufgrund von Liquidation oder Insolvenz des Startups. Auch hierbei handelt es sich um einen einkommenssteuerrechtlich nicht berücksichtigungsfähigen Verlust.

7. Was müssen Sie als Investor beachten, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgeben wollen, aber noch nicht von allen Ihrer Startups Ergebnismitteilungen erhalten haben bzw. Ihre Steuererklärung bereits abgegeben haben und nachträglich noch eine oder mehrere Ergebnismitteilungen erhalten?
Allgemein und unabhängig davon ob Sie ihre Steuererklärung bereits abgegeben haben oder nicht gilt in der Regel folgendes: Im Falle eines Gewinns des Startups, der wiederum zu Zinseinkünften (partiarisches Darlehen) bzw. Gewinnbeteiligungen (stille Beteiligung) führt, ist das Fehlen einer entsprechenden Mitteilung unproblematisch, da die Abgeltungssteuer vom Startup an das Finanzamt abgeführt wird und ihre Steuerschuld als Investor damit automatisch abgegolten ist. Im Falle eines Verlusts oder einer Insolvenz des Startups beachten Sie bitte die Erläuterungen zur steuerlichen Geltendmachung von Verlusten.

Vor diesem Hintergrund ist diese Fragestellung daher in der Regel nur für Investments in Form stiller Beteiligungen von Interesse, bei denen es wiederum einen Verlustanteil (begrenzt auf die Höhe des ursprünglichen Investments) gibt. Für diesen Fall ist in zeitlicher Hinsicht folgendes zu beachten: Steuererklärungen sind normalerweise fristengebunden abzugeben. Eine Fristverlängerung wird in der Regel nur kurzfristig gewährt, sofern Sie als Steuerpflichtiger nicht durch einen zur steuerlichen Vertretung Berechtigten vertreten werden. Auch bei steuerlicher Vertretung wird zwar in der Regel eine längere, aber keine unbefristete Verlängerung gewährt.

Wenn Sie Ihre Steuererklärung noch nicht abgegeben haben, sollten Sie versuchten, eine vorläufige Steuerfestsetzung zu erreichen. Ist dies nicht möglich, muss im Fall von voraussichtlichen Verlustanteilen notfalls eine Schätzung abgegeben und gegen einen dann ergehenden Bescheid Einspruch eingelegt werden. In derartigen Konstellationen sollte die Beratung durch einen Steuerberater erfolgen.

Wenn Sie Ihre Steuererklärung bereits abgegeben haben, können Sie bis ein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt dem Finanzamt in der Regel die Ergebnismitteilung nachreichen. Ist ein Steuerbescheid bereits erlassen worden, können Sie ggf. eine Änderung des Bescheids beantragen. Wenden Sie sich hierzu am besten an einen Steuerberater 

8. Wie kann ich einen steuerlichen Verlust geltend machen?
Auf ein rechtzeitig geäußertes Verlangen des Investors besteht die Verpflichtung des Startups eine Verlustbescheinigung zu erstellen. Kommt das Startup dem nicht oder nicht ausreichend nach, besteht nur die Möglichkeit zivilrechtlich gegen das Startup vorzugehen und ggf. die Erstellung der Bescheinigung zu erzwingen oder Schadensersatz zu verlangen. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an Ihren Rechtsanwalt.

Zur steuerlichen Geltendmachung des Verlustes ist die Verlustbescheinigung allerdings nicht zwingend erforderlich; das Finanzamt kann nach Vorlage aussagekräftiger Unterlagen, z.B. der Jahresabschlüsse etc., den Verlust auch anderweitig feststellen. Soweit derartige Unterlagen von dem Startup nicht erstellt wurden, verbleibt für den Investor ebenfalls nur der Zivilrechtsweg.

9. Was müssen Sie als Investor beachten, wenn sich Ihre Adresse ändert?
Sie sollten Ihre Anschrift in Ihrem Nutzerprofil auf Seedmatch stetig aktuell halten, damit die Startups u.a. für Zwecke der Versendung von Ergebnis- bzw. Gewinnmitteilungen Ihre aktuelle Adresse zur Verfügung haben.

10. Ich lebe im Ausland, verfüge aber über ein deutsches Konto. Was muss ich steuerlich beachten, wenn ich bei Seedmatch investiere?
Jedes Land hat eigene Steuergesetze. Was Sie also zu beachten haben, ist schwer zu sagen und kann je nach Land sehr unterschiedlich ausfallen. Bitte sprechen Sie in so einem Fall mit Ihrem Steuerberater. 

11. Wird die Abgeltungssteuer auch abgeführt, wenn ich als Investor im Ausland lebe?
Ja, das Startup ist in aller Regel verpflichtet, die Kapitalertragsteuer an das Finanzamt abzuführen, selbst wenn z.B. ein Doppelbesteuerungsabkommen eine andere Regelung hinsichtlich von Zinseinkünften aus partiarischen Darlehen vorsieht. Es ist allerdings möglich, im Nachgang beim Bundeszentralamt für Steuern die Erstattung der zu hoch abgezogenen Steuern zu beantragen.

12. Was ist als Investor bei Zugaben (Rabatte, Gutscheine, Goodies, etc.) steuerrechtlich zu beachten?
Bekommen Sie die Zugabe als Privatperson ohne Zusammenhang mit einer Tätigkeit, aus der Sie steuerliche Einkünfte erzielen, ergeben sich für Sie keine steuerlichen Konsequenzen. Bekommen Sie die Zugabe im Rahmen einer beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit (z.B. weil Sie als Gesellschaft oder Selbständiger investiert haben), müssten Sie diese Zugabe grundsätzlich versteuern, weil Sie durch den geldwerten Vorteil bereichert sind. Bitte wenden Sie sich hierfür an Ihren Steuerberater.

Das Startup hätte zwar grundsätzlich die Möglichkeit für diese Zugaben eine Pauschalversteuerung vorzunehmen. Aufgrund der heterogenen Investorenstruktur sieht das Startup in aller Regel jedoch von dieser Wahlmöglichkeit ab, um eine steuerlich nachteilige Behandlung zu vermeiden.

13. Wen kann ich bei weiteren Fragen kontaktieren?

Wenn sie weiterführende Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, durch Seedmatch erfolgt keine Steuerberatung! 

 


Insolvenz-FAQ für Investoren

Wichtiger Hinweis

Die folgenden Informationen erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit und sind in keiner Weite als Entscheidungsgrundlage oder Beratung anzusehen. Im Einzelfall kann eine verlässliche Auskunft nur durch einen Rechtsanwalt oder Insolvenzberater erfolgen.

 

Vorbemerkung
Mit einem Seedmatch Investment ist man an dem wirtschaftlichen Erfolg eines Startups in hohem Maße beteiligt. Dieser hohe Grad der wirtschaftlichen Beteiligung führt natürlich zu einer entsprechenden nachrangigen Stellung gegenüber anderen Gläubigern eines Startups. Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass man im Falle des Scheiterns eines Startups – wie andere Risikokapitalgeber (z.B. Business Angels oder VCs) – in der Regel einen Totalverlust des investierten Kapitals erleidet.

1. Führt das Scheitern eines Startups automatisch zu einer Insolvenz?
Nein. Wenn ein Startup z.B. nach langem Kampf feststellen muss, dass man kein tragfähiges Geschäftsmodell für sein Innovationsvorhaben findet, wird das Startup in wirtschaftlicher Hinsicht gescheitert sein. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass das Startup Insolvenz anmelden muss. Es kann z.B. auch eine Liquidiation in Betracht kommen, wenn u.a. keine Zahlungsunfähigkeit droht.

2. Wie läuft eine Insolvenz ab?
Ein Insolvenzverfahren wird nur auf Antrag eingeleitet und richtet sich nach den Vorschriften der Insolvenzordnung (InsO). Ein Insolvenzantrag kann sowohl von dem Unternehmen selbst als auch von Gläubigern des Unternehmens gestellt werden.

Nach Eingang des Insolvenzantrages prüft das Insolvenzgericht dessen Zulässigkeit und beauftragt regelmäßig die Erstellung eines Sachverständigengutachtens. Sofern ein Insolvenzgrund (drohende bzw. bestehende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) vorliegt und ausreichende Masse vorhanden ist, wird das Insolvenzverfahren eröffnet, ansonsten wird die Eröffnung mangels Masse abgelehnt. Dieses Prüfungsverfahren dauert in der Regel 2-3 Monate ab Antragstellung. Es ist theoretisch möglich, dass ein gestellter Insolvenzantrag im Rahmen des Antragsverfahrens zurückgenommen wird bzw. sich erledigt, so dass es zu keiner Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommt.

Sofern im Rahmen des Insolvenzantragsverfahrens Sicherungsbedarf besteht, kann das Gericht Maßnahmen zur Sicherung der Insolvenzmasse anordnen und etwa einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Im Falle von Unternehmen mit der Rechtsform GmbH (also auch Startups bei Seedmatch) ist die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens der Regelfall.

Das Insolvenzgericht eröffnet das Insolvenzverfahren durch Beschluss. Ab diesem Zeitpunkt geht die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis auf den Insolvenzverwalter über. Der Eröffnungsbeschluss wird auf der zentralen Bekanntmachungsplattform unter www.insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht.

Der Eröffnungsbeschluss enthält dabei auch die Angabe bis wann die Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden sind und wann die Gläubigerversammlung bzw. der Prüftermin stattfindet. Grundsätzlich wird jeder Insolvenzgläubiger darüber hinaus auch vom Insolvenzverwalter angeschrieben und aufgefordert seine vermeintlichen Forderungen anzumelden; dies passiert aber erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Es ist jedoch auch möglich, dass eine solche Aufforderung im Falle von nachrangigen Gläubigern erstmal ausbleibt. Sollte man den Termin zur Forderungsanmeldung verpassen ist jederzeit bis zur Beendigung des Insolvenzverfahrens eine Nachmeldung möglich. Bei erfolgreicher Abwicklung und erfolgter Verteilung der Insolvenzmasse hebt das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren auf.

3. Was muss ich als Seedmatch Investor im Rahmen eines Insolvenzverfahrens beachten?
Wie oben bereits erläutert, werden mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Gläubiger vom Insolvenzverwalter aufgefordert, ihre Forderungen gegenüber dem insolventen Unternehmen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Dies gilt dem Grundsatz nach auch für Crowdinvestoren, die in Form des  partiarischen Darlehens oder als  stille Gesellschafter investiert haben. Allerdings wird man als Crowdinvestor aufgrund des vereinbarten Nachrangs den anderen einfachen Insolvenzgläubigern nachgestellt. Es handelt sich hierbei um eine sog. nachrangige Forderung nach § 39  Abs. 1 Nr. 5 InsO. Dies bedeutet gleichzeitig, dass eine Forderungsanmeldung erst berücksichtigt wird, wenn das Insolvenzgericht bzw. der Verwalter die nachrangigen Gläubiger zur Anmeldung auffordert. Dies erfolgt regelmäßig erst, wenn auch für diese mit einer Quote zu rechnen ist. Dies kommt in der Praxis so gut wie nie vor. Durchschnittlich ist mit einer Quote von rund 5 % für die einfachen Gläubiger zu rechnen, so dass für nachrangige Gläubiger in der Praxis nichts übrig bleibt. Das ist auch der Grund warum man ggf. als nachrangiger Gläubiger gar nicht erst vom Insolvenzverwalter angeschrieben wird. Es ist jedenfalls nicht möglich, dass sie vergessen werden; als Investor sind sie dem Insolvenzverwalter bekannt. Wenn nach Bedienung der einfachen Gläubiger aus der Insolvenzmasse doch noch etwas übrig sein sollte, dann werden sie grundsätzlich vom Insolvenzverwalter aufgefordert ihre Forderungen anzumelden.

Wenn man dennoch seine Forderung anmeldet, was natürlich jedem vollkommen freisteht, muss man jedoch damit rechnen, dass die Anmeldung wie oben beschrieben aufgrund der Nachrangigkeit erstmal zurückgewiesen wird. Es kommt anstelle einer Zurückweisung leider auch vor, dass Insolvenzverwalter die Forderung fälschlicherweise bestreiten. Dies bedeutet aber nicht, dass die Forderung als solche unberechtigt ist.

Jeder Insolvenzgläubiger kann jederzeit Akteneinsicht vor Ort bei dem zuständigen Insolvenzgericht nehmen. Häufig erhalten die Gläubiger von dem jeweiligen Insolvenzverwalter auch Zugangsdaten zu einem geschlossen Gläubigerinformationssystem auf regelmäßig Berichte und sonstige Informationen zum Stand des Verfahrens veröffentlicht werden.

4. Was muss ich als Seedmatch Investor bei Ablehnung eines Insolvenzantrags mangels Masse beachten?
Wenn im Rahmen des 2-3 monatigen Insolvenzprüfungsverfahrens durch das Gericht bzw. den vorläufigen Insolvenzverwalter festgestellt wird, dass eine Eröffnung mangels Masse abgelehnt wird, erfolgt automatisch die Auflösung der Gesellschaft nach § 60 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG. Die Gesellschaft befindet sich ab dann im Liquidationsverfahren.

Die Ablehnung mangels Masse  erfolgt, wenn die vorrausichtlich vorhandene freie Insolvenzmasse nicht einmal die Kosten eines Insolvenzverfahrens decken wird. Das kann theoretisch auch noch im Rahmen eines laufenden Insolvenzverfahrens erfolgen (“Einstellung des Verfahrens mangels Masse”).

Für den Seedmatch Investor bedeutet die Ablehnung mangels Masse im Regelfall keine Besserstellung, sondern das Gegenteil ist der Fall, auch hier wird in der Regel mit keiner Quote zu rechnen sein, so dass es zum Totalverlust des investierten Kapitals kommt.

Die Insolvenzquote ist grob vereinfacht der Prozentsatz, der einem einfachen Gläubiger anteilig an der zur Ausschüttung vorhandenen Insolvenzmasse zusteht. Nachrangige Gläubiger in Form partiarischer Darlehensgeber oder stiller Beteiligter sind damit noch gar nicht erfasst. 

5. Wann und wie kommuniziert Seedmatch eine Startup Insolvenz?
Seedmatch steht für Transparenz, aber auch für Neutralität. Bei jeglichen Vorgängen, die das direkte Vertragsverhältnis von Startups und Investoren betreffen, hat Seedmatch grundsätzlich eine neutrale Position; das gilt natürlich auch für Insolvenzen. Sobald die Insolvenz eines Startups eröffnet wurde, kommuniziert Seedmatch dies transparent auf der Plattform. Wenn das Insolvenzverfahren aber noch nicht eröffnet wurde, hält sich Seedmatch in der Regel mit Stellungnahmen oder sonstigen Äußerungen zurück. Das gilt umso mehr, wenn eine Insolvenz noch nicht angemeldet wurde. Dies erfolgt grundsätzlich im Interesse der Investoren und der Startups. Einerseits ist es immer möglich, dass das Insolvenzverfahren doch nicht eröffnet wird bzw. das Startup nicht Insolvenz anmelden muss. Andererseits versuchen Startups natürlich im Falle einer drohenden bzw. vorläufigen Insolvenz, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch irgendwie zu verhindern. Eine voreilige öffentliche Stellungnahme würde nur die Position des Startups – z.B. im Rahmen von möglichen Verhandlungen mit bestehenden Gläubigern, weiteren Kapitalgebern oder interessierten Käufern – unnötig schwächen und damit auch den Interessen der Investoren schaden.

Zu allen bisherigen Geschäftsaufgaben hat Seedmatch ausführliche Interviews mit den Geschäftsführern geführt und diese im Seedmatch Blog veröffentlicht sowie entsprechende Hinweise der Startups in den Profilen bei Seedmatch hinterlegt.

Seedmatch wünscht sich, dass Startups ihre Investoren zeitnah und offen über eine Insolvenz – idealerweise über den vertraulichen Investor-Relations-Kanal – informieren und dass Investoren mit diesen Informationen verantwortungsvoll umgehen. Seedmatch kann dies aber in keiner Weise erzwingen; Seedmatch ist weder Vertragspartei noch Treuhänder, Verwalter oder in einer ähnlichen Rolle für Investoren oder Startups tätig.

Wie aus den obigen Informationen dieser Insolvenz-FAQ hoffentlich hervorgeht, ist der Ablauf einer Insolvenz ein klar strukturierter, langwieriger Prozess. Bevor man vorschnell eine öffentliche Stellungnahme fordert bzw. das Gründerteam an einen Pranger stellt, ist es u.a. essentiell, zu verstehen, in welcher Phase einer Insolvenz (drohend, vorläufig, eröffnet) sich ein Startup befindet und zugleich Verständnis dafür aufbringen, dass eine Insolvenz in aller Regel eine sehr belastende Situation für das Gründerteam ist.